Review: Alexandre Aja’s Maniac

Frank ist ein kranker Mann. Seit seiner frühesten Kindheit plagen ihn Migräne-Anfälle. Sie sorgen für Aussetzer und Veränderungen in seiner Persönlichkeit. So kann ein von Natur aus schon kranker Geist Überhand gewinnen und den Menschen zum Mörder werden lassen.


So weit zumindest die Logik von Maniac von Alexandre Aja, dem 2013er-Remake des gleichnamigen Klassikers von 1980. Wir finden uns in diesem Film tatsächlich als die Hauptperson Frank wieder, denn eine Sache ist von Anfang an etwas Besonderes: So gut wie 95% des Filmes verbringen wir in der Egoperspektive des Hauptakteurs. Dieses Stilmittel ist sowohl zweckmäßig als auch technisch äußerst beeindruckend. Der Zuschauer fühlt sich von Anfang an so, als ob er mitten im Film drin ist. Als ob er in Frank ist. Als ob er Frank ist.


Und das will wohl keiner sein. Denn wie bereits erwähnt, hat Frank mit Anfällen zu kämpfen, die ihn, ähnlich wie in Butterfly Effect, jemand völlig anderes werden lassen, Blackouts verursachen oder die Realität mit Fiktion und Erinnerungen vermischen. Bis zu dem Punkt, an dem der Zuschauer selbst nicht mehr weiß, was denn nun wirklich passiert ist.


Bis es so weit ist und wir den Abspann sehen, begleiten wir Frank dabei, wie er anfangs scheinbar harmlos ist, immer mehr zum Monster mutiert, was seine Beweggründe dafür waren und was er mit den Skalps der Frauen, die er im Verlauf des Filmes tötet, anstellt. Alles, was ausgesprochen auch noch so makaber klingen mag, macht im Film Sinn. Selbst dann, wenn man nicht komplett versteht, was abgeht. Ein Grund dafür ist die bereits erwähnte Egoperspektive, denn wann immer sich unser Gegenüber plötzlich anders verhält, wissen wir nicht warum, bis Frank vor einem Spiegel steht oder an sich herabschaut. Einige Szenen bleiben tatsächlich ungelüftet, was dieses Geheimnis angeht und man kann nur spekulieren, was der Protagonist in dieser Szene eigentlich getan hat.


So viel wie ich hier um den heißen Brei herumrede, so sehr ist Maniac sehenswert. Nicht nur wegen den tollen Ideen und dem total zerbröckelnden Hirn von Frank, sondern auch wegen der beeindrucken Inszenierung. Wer sich auch nur die ersten Minuten von Crank anguckt, weiß, welchen Eindruck eine Egoperspektive im Film hinterlässt. Alleine deshalb sollte man sich Maniac zu Gemüte führen. Und wegen dem tollen Hauptdarsteller Elijah Wood.


Es gibt also erstaunlich wenige 83%.