Review: Ebola Syndrome

Im Jahre 1996 wurde die Thematik einer tödlichen Krankheit, des Ebola Virus, erneut aufgenommen und ein Film darüber gedreht. Dieser "Ebola Syndrome" getaufte Streifen übertifft aber so zielich alles, was bis zu diesem Tag zu diesem Thema und ganz allgemein in Filmen zu sehen war. (Kleine Ausnahmen links liegen gelassen, wie z.B. Men behind the sun.)


Doch was der Film an Härte bot, war selbst für die Klassifizierung in Hong Kong zu viel und man musste für die höchste Einstufung (CAT III) über 2 Minuten wegschneiden. Alle folgenden Veröffentlichungen auf der ganzen Welt basierten auf dieser Fassung. Bis schließlich in Amerika eine Fassung veröffentlicht wurde, welche die gekürzten Szenen im Bonusmaterial enthielt, woraufhin sich Illusions dafür entschied, die fehlenden Szenen wieder in den Film zu integrieren und in Österreich zum ersten mal die komplett ungekürzte Version zu veröffentlichen. Dafür wurde großer Aufwand betrieben, unter anderen einige Szenen nachsynchronisiert. Diese neue Langfassung ist die Grundlage für mein nun folgendes Review.


Die Hauptperson des Films ist ein kompletter Psychopath, das einmal vorweg betont. Dennoch muss ich genauso schnell revidieren, dass ein übler Beigeschmack bleibt, da die Geschehnisse im Film tatsächlich so ablaufen könnten. Die Hauptperson Kai treibt es nur auf die Spitze.


Jedenfalls hat er sich mit dem Ebola-Virus infiziert, einer fast immer tödliche Krankheit, welche nach und nach die Organe im menschlichen Körper zersetzt und "verflüssigt". Sehr wenige Menschen sind immun gegen diese Krakheit und wie Kai im Film agieren sie nur als Überträger. Aus dieser Unwissenheit zusammen mit Kai's totalem Wahnsinn und ständigen Durchdrehens entspinnt sich ein blutiger Twist, durch den die halbe Bevölkerung mit Ebola angesteckt wird.


Im Verlauf von Ebola Syndrome bekommen wir einen tollen Hauptcharakter präsentiert, der von Anthony Wong perfekt dargestellt wird und immer glaubwürdig ist. Dadurch wirken die zahlreichen Ekelszenen noch besser, wobei erwähnt bleiben muss, dass man deutlich merkt, dass der Film schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Manche Szenen sehen etwas abgehackt aus, weil die nötigen Spezialeffekte noch gefehlt haben. Eigentlich ein bisschen überraschend, denn ich hätte den Film technisch noch in die 80er gesteckt aber vielleicht hab ich auch einfach keine Ahnung.


Sehr interessant ist bei dem ganzen Film eigentlich das Genre, welches sich nicht so wirklich festlegen lässt. Wo es zuerst als Drama anfängt, wird es im Mittelteil zum Horror oder Splatter, dann folgt fast schon ein Krimi, gefolgt von Psychothriller-Momenten. Die IMDb teilt ihn als Horror / Komödie ein, wärend die OFDb sagt, es wäre ein Drama / Thriller. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.


Wie so oft enthält auch dieses eklige, blutige, gewaltvolle Machwerk tatsächlich einige absurde Szenen, die zum Lachen anregen. Jetzt im Nachhinein kann ich nicht mal mehr genau sagen, was es war aber es war auf jeden Fall mehr als nur ein Grinsen wert. Manchmal aber auch nur wegen den durch inflationären Schimpfwörtergebrauch fast schon lächerlich wirkenden Dialoge. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass ich anständig unterhalten wurde und ich ein paar Mal der Meinung war, der Film wäre gleich vorbei, allerdings aus positiven Gründen. Es gab keine Längen und ich war nicht gelangweilt. Es kam mir einfach so vor, als ob schon eine ordentliche Zeit um wäre aber dem war nicht so. Es passiert viel und Kai ist sehr aktiv. Da war ich bei einem Blick auf die Zeitleiste froh, als ich sah, dass der Film erst halb rum war.


Deshalb bekommt er von mir 88%.


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