
Gestern/Heute gesehen: „Nightmare – Mörderische Träume“ (1984) von Wes Craven.
Kurzreview
„Als ich aufwachte, hatte ich 'n Ständer wie ein Ofenrohr; und Tina, dein Name war draufgeschrieben.“
„Du, lieber Gott, ich will jetzt schlafen. Für meine Sünden sollst du mich nicht bestrafen. Und sollte ich im Schlafe sterben, lass meine Seele nicht verderben.“
Wenn Traum und Wirklichkeit verschwimmen – dann spritzen beeindruckende Blutfontänen aus Betten, und Heizungskeller werden zur Todesfalle.
Der Killer Freddy Krüger ist ein spannender Charakter, dessen Biografie hier nur ein wenig zu kurz kommt. Er scheint seine Opfer meist lieber zu ängstigen und verfolgen, anstatt sie einfach nur abzustechen, wie jeder dahergelaufene Slasher-Bösewicht. Die hübsche Nancy und der grausig entstellte Freddy, das ist ein wahrhaftiges Dream-Team.
Sie führt fast schon eine Romeo-und-Julia-Beziehung mit dem Nachbarstypen, dessen Eltern ihn bald nicht mehr in Nancys Nähe haben wollen. Diese wird von ihrem Umfeld und der eigenen Familie für verrückt gehalten, weil sie die übernatürliche Erklärung für den Tod ihrer Freunde liefert. In traumatischen Träumen jagt der Messerfinger-Mörder die Schläfer, bis er sie in seine „schnittigen“ Griffel bekommt und ihnen letztendlich auf brutale Weise den Garaus macht.
Fesselnde Musik, amerikanischer Vorort, Highschool, Mini-Fernseher im Bett – man spürt den 80er-Vibe überall. Nur ist anstatt der Teenies hier eher der Film an sich dauergeil, so kreativ und fantastisch die Effekte immer umgesetzt sind. Am Ende sehen die hellen Flammen in HDR spitze aus! Die überraschend große Fontäne aus Blut im Bett, die schnell bis zur Decke reicht, sieht sich bemüßigt, vor den Augen der schockierten Mutter sogar noch wellenförmig über die Zimmerdecke zu spritzen. Irgendwie musste ich bei der den ganzen Raum vertikal entlanggezogenen Freundin an „Der Exorzist“ (1973) denken, also die gruseligen Bewegungen im Bett und auf der Treppe. Einfach klasse umgesetzt!
Trotz einer kleinen Maden-Zurschaustellung in einem aufgeschlitzten Brustkorb ist dies kein Splatterfilm. Umso mehr freuen mich also die paar sehr blutigen Szenen, die der sowieso schon spannenden Erzählweise den nötigen Pep verleihen. Neben der guten Musik bereichern die Kameraarbeit und das Schnitttempo diesen Film sehr. Eine interessante Einstellung ist der Top-Shot über der Badewanne, wenn Nancy in die Tiefe gezerrt wird, und natürlich die aufsteigende Hand zwischen den Beinen. Das ist viel besser als hektisches Gefuchtel mit der Handkamera.
Gesehene Fassung: 4K UHD HDR Blu-ray mit deutscher Synchro
Cover
Screenshots
Alle meine Screenshots gibt es hier, stöbert gerne mal durch:
