Kurzreview: Call of Duty: Finest Hour

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Endlich fertig: „Call of Duty: Finest Hour“ (2004) (GameCube) (Any%) (--:-- Stunden) von Exakt Entertainment und Activision.

Kurzreview

„Dieser Bär ist niedlich.“


Nach dem exzellenten ersten PC-Teil samt Add-on enttäuscht dieses Konsolen-Spin-off beinahe auf ganzer Linie.


Zugegeben, grafisch ist dieses Spiel eine Wucht für die damalige Konsolengeneration und dazu relativ vielseitig, besonders weil auch nicht einfach alles vom Vorgänger übernommen wurde. Man spielt alle paar Missionen einen anderen Protagonisten, analog zu den oben genannten Ablegern mal im Panzer, an der Flak, normal zu Fuß oder mit dem MG ballernd auf einem Jeep.


Warum also die niedrige Wertung? Das liegt an der Mischung aus brutal schwerem Gameplay, schlichtweg unfairem sowie teils verwirrendem Leveldesign und einer grausigen Controller-Steuerung. Dazu kommt die strunzdumme KI der Kameraden – wenn man gerade in Deckung verharrt, wird man sehr oft von den eigenen Leuten zur Seite weggedrängt, mitten in die Schussbahn hinein. Generell stehen sie meist im Weg herum, sodass man nicht abdrücken kann, um Friendly Fire zu vermeiden. Die Feinde schießen dabei einfach durch Personen oder gerne mal Häuserecken hindurch.


Schlimm wären diese Probleme ja nicht wirklich, wenn das Spiel denn genug Heilungsmöglichkeiten bieten würde. Leider ist man schon bei wenigen Schüssen tot und kann höchstens 4 Gesundheitspacks mitnehmen, von denen in manchen Leveln einfach mal lange Zeit gar keine zu finden sind, während man in anderen Missionen damit zugespammt wird. Apropos Spam, selbstverständlich rücken immer wieder neue gegnerische Trupps an, die anscheinend aus dem Nichts von Richtungen kommen, die man schon komplett ausgeräumt hat.


Etwa zweimal im Spiel bekommt man ein Scharfschützengewehr in die Hand, bei dem mir das Zielen trotz der viel zu ungenauen Stick-Steuerung sehr viel Spaß macht. Das war’s dann aber schon, denn alle restlichen Gegenden sind auf so perfide und sadistische Weise gestaltet, dass man auf ewig lange Entfernung MG-Schützen und haufenweise andere Gegner ohne eine solche Waffe ausschalten muss. Es ist die pure Hölle, beim Controller-Zielen Millimeterarbeit zu verrichten, während man von allen Seiten beschossen wird und Angst haben muss, von hinten ebenfalls überrascht zu werden. Diese Karten sind allesamt so gestaltet, dass man frustriert wird, denn Gegner hört man über den Kampflärm nicht auf sich zukommen und ansonsten sind sie irgendwo weit weg in Deckung und ballern kontinuierlich drauflos.


Habe ich schon erwähnt, dass man nicht speichern kann und stattdessen auf automatische Speicherpunkte angewiesen ist, von denen es nur etwa 2 oder keine pro Mission gibt? Ja, bei jedem Tod muss man fast das ganze 30- bis 60-minütige Level erneut spielen. Die Zielhilfe, die standardmäßig in den Einstellungen aktiv ist, macht übrigens absolut nichts. Ohne Savestates im Emulator wäre ich locker 10 Stunden länger an diesem Scheißspiel gesessen, aber wenigstens die Panzerlevel waren fair und spaßig.


Die GameCube-Version ist einer der anspruchsvollen Titel der Konsole, soweit ich das recherchiert habe. Das merkt man leider an Framedrops in einigen Bereichen, dazu sieht man auch kaum etwas um den Spieler herum, denn das Fiel of View ist für meinen Geschmack viel zu nah eingestellt. Dank Emulatoroptimierungen wurde aus dem Ruckelfest dann doch eine Erfahrung zwischen 30 und 50 FPS, was ich als generell spielbar bezeichnen würde.


Wer auf viel zu lange Level, Frustration, unsichtbare Wände, brutal unfaire Schwierigkeit und unterdurchschnittliche Steuerung steht, darf sich das Spiel gerne besorgen. Alle normalen Menschen sollten einen großen Bogen darum machen.


Das ist übrigens mein zweiter COD-Teil.


Gespielte Fassung: GameCube-Version mit deutscher Synchro


Fazit:

:writing_hand: Diese Bewertung auf Backloggd ansehen.

Screenshots

Alle meine Screenshots sind im folgenden Thema zu finden und außerdem verlustfrei komprimiert!


Antworten 6

  • Eine Frage bitte:

    Du hast es auf dem PC mit Dolphin gespielt ?


    Hast du grafikmässig alles beibehalten vom originalen GameCube oder "verschönert" ? ;)

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  • Ja, mit Dolphin unter Linux.

    Alle Texturen sind original, weitere Anpassungen stehen ganz oben im verlinkten Screenshot-Thread.

    Gefällt mir sehr 1
  • Ja, mit Dolphin unter Linux.

    Alle Texturen sind original, weitere Anpassungen stehen ganz oben im verlinkten Screenshot-Thread.

    Danke. :)


    Ich frag deshalb,da ich es vom GameCube kenne und ich mich jetzt nicht so gravierend an Framedrops erinnere.

    Kann aber auch sein,dass es auf der Wii besser lief (USB Loader & HDD)

    Abgesehen davon dass es für mich als Maus/Tastatur Spieler am GameCube deshalb unspielbar war. :loool:

    Sehr lustig 1 Gefällt mir 1
  • Leider ist das größte Problem die allgemeine Mittelmäßigkeit, sowohl bei der Gestaltung der Karten als auch bei ihrer Ausführung. Auch auf häufige Probleme mit dem Audiobereich kann hingewiesen werden.


    Etwas über das Spiel selbst


    Trotz des gleichen Titels erzählt das Spiel eine völlig andere Geschichte als das PC-Call of Duty und bietet sechs völlig neue Missionen, die die PC-Kampagne ergänzen. Wie in der Hauptserie ist das Ganze auch hier in drei Abschnitte unterteilt, in denen wir die Rolle eines Soldaten einer anderen Nation übernehmen - der sowjetischen, der amerikanischen und der britischen. Bei den Sowjets schlüpfen wir in die Rolle des Gefreiten Sokolov, der seine Reise in Stalingrad beginnt, um sie dann während der Operation Little Saturn, der russischen Offensive gegen die deutsche 4. Edward Carlyle ist der Brite, den wir während des Nordafrika-Feldzugs spielen. Bei der US-Armee hingegen sind wir für Sergeant Chuck Walker verantwortlich, der seine Mission mit der Einnahme von Aachen beginnt und in weiteren Etappen zum endgültigen Angriff auf Berlin führt.

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  • Habe das vor Jahren mal auf der Xbox gespielt. Fand das eigentlich sogar ganz in Ordnung. Mittelmäßig trifft es aber wohl. Gab damals in der Schwemme von WWII-Shootern schon schlechteres, aber aus der Frühzeit von COD ist Finest Hour wohl tatsächlich das schlechteste.


    Kann mich nach den ganzen Jahren nicht an ein Highlight erinnern. Das einzige was ich noch im Kopf habe, war das man zum Abschluss der Britischen Kampagne den Charakter wechselt, weil der Spieler in einer Zwischensequenz erschossen wird... aber Recherche hat ergeben, das habe ich mir echt total falsch abgespeichert ^^ . Wunschdenken.


    So wie es in meiner Erinnerung an Highlights mangelt, erinnere ich mich aber auch kaum noch an wirkliche Lowlights. Einzig die "Brücke von Remagen"-Mission habe ich irgendwie in grausamer Erinnerung. Da bin ich tausend Tode gestorben.

    Aber so wirklich total prägende Missionen wie bei den anderen Call of Dutys sind hier dann doch leider Mangelware.

    Erinnere mich bei Big Red One zwar auch nicht mehr wirklich an Missions-Einzelheiten, aber dafür an die Bindung mit den anderen Charakteren.


    Aber da es bei Finest Hour auch nur No-Names gibt, ist das Spiel insgesamt leider ziemlich egal.


    Aber Call of Duty hat mittlerweile so viele Spiele hervorgebracht... würde Finest Hour sogar fast im Mittelfeld sehen. Gibt mittlerweile schon so ein paar Teile die sind noch schlechter.


    Wenn es ein Spiel hergibt bin ich ja auch jemand, der gerne mehr Worte dazu schreibt. Wie kann man denn hier ein Review erstellen? ^^

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